Umgestaltung Bahnhofsumfeld

Aus der Geschichte der Untertunnelung

Datum

Ereignis

1911

Bürgerverein veranlasste Verkehrszählung

Schon im Jahr 1911 gab es Überlegungen zur Untertunnelung der Bahnstrecke am Bahnhof. Es lagen von Privatpersonen und Geschäftsleuten Beschwerden und Klagen wegen zu langer Schließzeiten der Bahnanlage vor, die beim Bahnhofsvorstand und der Königlichen Eisenbahndirektion Altona eingereicht wurden.

Am 7. und 8. März wurden Untersuchungen zu den Schließzeiten durchgeführt.

Von 6.00 – 19.00 Uhr war die Bahnanlage 104 bzw. 109 x geschlossen. Schließzeiten von bis zu 5 h und 24 min wurden gemessen. 415 Wagen, 157 Fahrräder und etwa 1.100 Fußgänger passierten die Bahngleise. Für die Sommermonate wurde eine wesentliche höhere Frequenz vorausgesagt. Schrankenschlüsse von bis zu 25 Minuten sorgten zudem für Unmut. Geschäftsleute bemängelten schon damals den Zeitverlust, die Geschwindigkeit in Betriebsabläufen und den Kapitalverlust. 

 

Das Problem wurde auch in den 1930er und 1960er Jahren immer wieder zum Thema gemacht, eine Lösung aber konnte nie erreicht werden. 

12.04.1995

Stadt Ludwigslust erhält die Mitteilung, dass die Deutsche Bahn AG den Ausbau der Strecke Hamburg – Berlin plant, dabei wird der Bahnübergang Wöbbeliner Straße gekreuzt. 

02.04.1996

Vereinbarung zwischen DB AG und Stadt Ludwigslust: Die Stadt erklärt sich mit der Schließung des Bahnüberganges einverstanden, wenn innerhalb von 10 Jahren eine Ersatzmaßnahme herbeigeführt wird, die von der Bahn und dem Bund als Maßnahme zur Änderung eines rechtlich bestehenden Bahnübergangs anerkannt wird.

12.02.1997

Einziehung des Bahnüberganges wird verfügt.

 

 

 

 

Die Wirksamkeit der Vereinbarung vom April 1996 ist davon abhängig, dass der Bund sie innerhalb von 6 Monaten nach Abschluss genehmigt. Die Genehmigung hat der Bund jedoch schriftlich nicht erteilt und wurde somit zum wunden Punkt.

Nun begann ein scheinbar endloser Streit zwischen der Stadt Ludwigslust, dem Eisenbahn-Bundesamt, der Planungsgesellschaft, den beteiligten Landes- und Bundesministerien um Alternativen, um Zuständigkeiten und um die Finanzierungen. Man traf sich zu unzähligen Gesprächen, zahlreiche Schreiben, Gutachten, Kostenschätzungen, Planungsvarianten gingen hin und her, wurden gutgeheißen und wieder verworfen, man klagte vor höchstrichterlicher Instanz. Aber wirklich vorwärts kam man mit der Lösung des Problems nicht. 

01.08.2000

Auf Grundlage des Verkehrsentwicklungsplans „Erschließung der Innenstadt“ stellt die Dorsch Consult Ingenieurgesellschaft Varianten für eine Problemlösung vor. 

07.12.2000

Die Stadtvertretung beschließt, die Variante Bahnhofstraße für eine mögliche Eisenbahnquerung planungsseitig weiter zu verfolgen. 

 

In den nächsten Jahren werden immer wieder Hoffnungen geweckt und wieder zunichtegemacht. Das Ringen um die Umsetzbarkeit einer Tunnellösung und deren Finanzierung geht weiter. Bundesministerien, die Deutsche Bahn und die Stadt Ludwigslust stehen in wahren Wort- und Beweisgefechten. Verfahren wurden wiederaufgenommen und wieder beendet. Zusagen wurden in Aussicht gestellt und wieder verworfen. Jede Seite bestand auf seine Sicht auf die Dinge. Es war lange eine scheinbar ausweglose Situation, bis es letztlich doch Verbesserungen in der Kommunikation gab. 

03.07.2006

 

Das Bundesministerium für Verkehr ist für weiteres Gespräch offen, es wird eine konkretisierte Planung der Stadt Ludwigslust mit einer belastbaren Kostenkalkulation erwartet. 

18.10.2006

Der Bürgermeister wird durch die Stadtvertretung mit den Vorbereitungen für die Einleitung eines Planfeststellungsverfahren für eine Bahnquerung in der Bahnhofsstraße beauftragt. 

13.03.2007

Vertreter der DB AG haben die Bereitschaft zum Abschluss einer Kreuzungsvereinbarung für eine Fahrzeugquerung erklärt. Zwischen beiden Seiten wurde die Bildung einer Arbeitsgruppe von Fachleuten vereinbart, die die Planungsalternativen für ein Ersatzbauwerk sowie für barrierefreie Zugänge zu den Bahnsteigen des ICE-Bahnhofs LWL erarbeiten soll. 

06.06.2007

Ortstermin mit allen Beteiligten: Stadt, DB Netz AG, Landesministerium Bau und Verkehr und der von der Stadt beauftragten Planer 

08.02.2008

Treffen Stadt Ludwigslust/ DB Infrastruktur Personenbahnhöfe, DB Netze, DB Infrastruktur Personenbahnhöfe, DB Netze Verkehrsstation Infrastruktur, DB Netze Technisches Gebäudemanagement und IBD Entwurfsplaner: Es wurde festgelegt, dass die Stadt Ludwigslust mit der DB eine Planungsvereinbarung vorbereitet. 

15.04.2008

08. Mai Rechtskraft des Planfeststellungsbeschlusses  

05.06.2008

Bahnhofskonferenz: Die Variante „Unterquerung der Gleisanlagen nordwestlich des Bahnhofsgebäudes“ ist weiterzuverfolgen, beidseitig der Bahn soll das Umfeld erschlossen werden und eine gute Wegebeziehung zwischen den Stadtteilen erschaffen werden. Die Bahnsteige sollen mit Aufzügen erschlossen werden.

Kostenschätzung: 9,6 Mio €, Aufteilung: je 1/3 durch die DB Netz AG, den Bund und die Stadt Ludwigslust. Mit einer Bundesförderung von 60 % wird der Eigenanteil der Stadt bei 1,28 Mio € liegen. 

10.03.2009

Vertreter des Landesministeriums für Verkehr, Bau und Landesplanung und der DB AG stellten fest, dass eine Tunnelquerung nordwestlich des Bahnhofs in Verlängerung der Fritz-Reuter-Straße die größten Chancen, besitzt über die finanzielle Beteiligung von Bahn und Bund umgesetzt zu werden. 

30.01.2012

Beginn der Abstimmung für die Erstellung eines Verkehrskonzeptes 

22.05.2013

Das Verkehrsministeriums M-V hat eine Förderung bis zu 60 % des Gemeindeanteils in Aussicht gestellt.

 

Im Rahmen der aktuellen komplexen Verkehrsplanung hat die dafür geschaffene Facharbeitsgruppe einen Zwischenbericht erarbeitet. Damit lagen die Voraussetzungen vor, dass zwischen der Stadt Ludwigslust und der Bahn AG eine Planung vereinbart werden kann. 

14.08.2014

Unterzeichnung der Planungsvereinbarung und Beginn der Planung 

Mai 2016

Fertigstellung Pendlerparkplatz

183 Parkplätze, ca. 100 Fahrradständer, 16 Fahrradboxen 

April 2017

Die Stadtvertretung stimmt der Vorplanung für den straßenbaulichen Teil zu.

Der Bürgermeister wird beauftragt die DB Netz AG aufzufordern, mit der Planung der Entwurfsplanung zu beginnen.  

Februar 2020

Fertigstellung der Entwurfsplanung für die Eisenbahnüberquerung

2020/2021

Erste vorbereitende Arbeiten werden durchgeführt - punktuelle Kampfmittelsondierung.

Mai 2021

Beschluss der Stadtvertretung zum Planfeststellungsverfahren

17.06.2021

Erster Spatenstich für den Bau des ZOB