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07.11.2019

Meister Bartho

Stadtarchiv übernimmt Nachlassbestände

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Die drei Töchter übergeben den Nachlass an die Stadtarchivarin Manuela Ulrich © Sylvia Wegener

Wer kennt sie nicht, die 12 liebevoll gestalteten Ludwigslust - Grafiken von Herbert Bartholomäus.

Geboren 1910 in Berlin, fand seine Familie, nachdem sie im 2. Weltkrieg ausgebombt wurde, in Ludwigslust eine neue Heimat. Im Zentrum seines künstlerischen Schaffens standen Buchillustrationen. Die Grundlagen hatte er sich bei seinem Studium an der Akademie für freie und angewandte Kunst angeeignet. Er befasste sich mit Malerei, Grafik, Druckgrafik, Plakatgestaltung, Bühnenentwürfen, Werbegrafik und Bildstickerei, aber auch Werke mit religiöser Thematik und Exlibris gehören zu seinem Schaffen. Es gab keinen DDR-Verlag, der seine Illustrationen nicht gedruckt hat.

Meister Bartho, wie er liebevoll genannt wurde, hatte maßgeblichen Anteil daran, nach dem 2. Weltkrieg auch in Ludwigslust wieder ein reiches kulturelles Leben zu etablieren. Aus seiner Werkstatt kommt unter anderem die erste Briefmarke der Nachkriegszeit für Mecklenburg. Er war Mitbegründer des Kulturbundes in Mecklenburg und Mitherausgeber der von Willy Bredel geleiteten Zeitschrift „Heute und Morgen“. Willy Bredel und Meister Bartho verband eine enge Freundschaft.

Nun haben seine drei Töchter den Nachlass ihres Vaters gesichtet und entschieden, große Teile davon dem Stadtarchiv Ludwigslust zu überlassen. Einige wenige Arbeiten ihres Vaters haben sie zur Erinnerung für sich und die Familie zuvor herausgesucht und behalten. Die philatelistischen Arbeiten werden einem Berliner Museum zur Verfügung gestellt.

Nun heißt es für das Stadtarchiv, die Übernahmebestände zu sichten und zu verzeichnen. Hunderte Grafiken, Illustrationen und Plakate haben eine neue Heimat im Stadtarchiv gefunden. Schnell ist die Idee geboren, diese Werke auch einem breiten Publikum zugänglich zu machen und der Gedanke zu einer „Bartho-Ausstellung“ wird ausgesprochen.

Die drei Schwestern sind schon ein wenig wehmütig bei dem Gedanken, sich von den Arbeiten ihres Vaters zu verabschieden. Zu viele Erinnerungen hängen daran. Gleichzeitig wissen sie aber, dass sie mit ihrer Entscheidung den Nachlass ihres Vaters in gute Hände abgeben. Sylvia Wegener, Büro des Bürgermeisters, 30.10.2019