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15.09.2021

Ein historischer Tag für die Grundschule Techentin

Richtspruch und Zeitbulle

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© Stadt Ludwigslust, SW

Eigentlich wollten die Techentiner eine richtige Grundsteinlegung feiern, als es Mitte Februar mit den Bauarbeiten an der neuen Techentiner Grundschule losging. Aber die Corona-Lage lies das leider nicht zu. Umso schöner war es, als sich Bauleute, Lehrer und Schüler, Verwaltungsmitarbeiter und Gäste am vergangenen Montag nach nur sieben Monaten Bauzeit schon zum Richtfest versammeln konnten.

„Bildung braucht Raum,“ so der anwesende Landwirtschaftsminister Till Backhaus. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklungen haben sich die Schülerzahlen derart erhöht, dass die Grundschule in Techentin nicht mehr wie bisher einzügig geführt werden kann. Da sich das alte Schulgebäude jedoch nicht erweitern lässt, hat sich die Ludwigsluster Stadtvertretung für einen kompletten Schulneubau entschieden. „Wir bauen nicht einfach so, wir bauen innovativ, modern und klimaschonend,“ so Ludwigslusts Bürgermeister Reinhard Mach.

Techentins neue Schule ist hinsichtlich der Bauweise und der Bewirtschaftung beispielgebend. Bereits 2017 wurde mit den Planungen für den Schulneubau begonnen. Der Standort Techentin war wegen des Bedarfs, der Lage und der verfügbaren Flächen gut geeignet dafür. In die Planungen wurden die Schule, die Eltern, die lokale Politik sowie die potenziellen Förderstellen von Anfang an mit einbezogen.

Herausgekommen ist ein Konzept, dass der langfristigen Schulplanung entspricht. Durch den Bau eines Passivhauses wird dem Klimaschutz Rechnung getragen. Auch die Holzbauweise ist richtungsweisend, ist Holz doch ein nachwachsender und wiederverwertbarer Rohstoff. 

 „Das Konzept hat uns gefallen,“ so Backhaus. „Ich bin froh, dass das Landwirtschaftsministerium zu einem großen Teil die Finanzierung dieses Baus sicherstellen konnte.“ Aus dem Landwirtschaftsministerium kommen Fördermittel in Höhe von 2,152 Mio. €. Darüber hinaus hat das Ministerium die Stadt dabei unterstützt, weitere Fördermittel aus dem Energieministerium zu erhalten, so dass von den 4,6 Mio. € Baukosten ca. 2,98 Mio. € aus Fördermitteln für die ländliche Entwicklung und für den Klimaschutz finanziert werden.

Der Rohbau ist weitgehend abgeschlossen; mit dem Ausbau, der Installation der haustechnischen Anlagen und der Neugestaltung der Außenanlagen wurde begonnen. Anlass genug, nicht nur einen Richtspruch zu verkünden, sondern eine Zeitbulle für die Generationen nach uns in den Boden zu versenken. 

Und was liegt näher, als dabei die Hilfe von zwei „erfahrenen“ Grundschülern zu holen. Elena Glowczak und Klaas Jauert aus der 4. Klasse werden selber nicht mehr in den Genuss kommen, Schüler der neuen Schule zu sein, sie werden zum Fertigstellungstermin im Jahr 2022 längst an einer weiterführenden Schule lernen. Aber ihre Spuren wird man irgendwann in ferner Zukunft vielleicht finden: die Abdrücke ihrer Hände im Beton, der die Zeitbulle versiegelt. Die Zeitbulle wird späteren Generationen Auskunft geben über die Zeit, in der die Schule gebaut. Sie enthält die Ausgabe der SVZ vom Tag des Baubeginns, sie enthält eine Chronik über die Schulen in Techentin, Bauunterlagen und –genehmigungen, ein Grußwort der Lehrer, Kinderzeichnungen und unsere heutigen Münzen, die von den Bauleuten hinzugefügt wurden.