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26.03.2019

Der Umwelt zuliebe

Die Zauneidechse zieht um

Zauneidechse-Weibchen Foto Ralf Ottmann
© Ralf Ottmann

Bevor im Bebauungsgebiet LU 27 an der Helene-von-Bülow-Straße die Bauarbeiten für das neue Wohngebiet beginnen können, laufen bis Ende Mai umfangreiche Arbeiten, um den dort lebenden Tiere neuen Lebensraum anzubieten.

So werden die Zauneidechsen gegenwärtig durch den Lewitz-Ranger Ralf Ottmann eingesammelt und beim Georgenhof neu angesiedelt. Für Tiere, die trotz intensiver Sucharbeit nicht gefunden werden, hat der städtische Betriebshof insgesamt sechs Totholzhaufen als Rückzugsort für die Tiere angelegt. Auf einer Grundfläche von etwa einem Quadratmeter bieten sie Schutz und neuen Lebensraum für die Eidechsen. Vervollständigt werden die Maßnahmen für die Eidechsen mit einem Schutzzaun, der den Zugang zu dem Bebauungsgebiet für die Tiere erschweren soll.

Aber nicht nur für Zauneidechsen werden Ausgleichsmaßnahmen durchgeführt. Es werden auch fünf Fledermauskästen, um möglicherweise unerkannt verlorengehenden Lebensraum für Fledermäuse zu ersetzen. Auch die nur 16 – 18 cm große Feldlerche genießt besonderen Schutz, für sie werden für einen Zeitraum von 5 Jahren sog. „Lerchenfenster“ auf geeigneten Ackerflächen freigehalten. Die bodenbrütende Feldlerche wird ihre auf dem Gelände vorhandenen Brutstätten durch die Bauarbeiten verlieren. Die „Lerchenfenster“ bieten Alternativen an.

Der Neuntöter hingegen ist Heckenbrüter. Als Brutbiotop benötigt er offenes Gelände mit vielen dornigen Hecken. Im Gebiet LU 27 ist ein Brutpaar nachgewiesen worden. Eine Ersatzhecke wird auch hier einen alternativen Lebensraum schaffen. Sylvia Wegener, Büro des Bürgermeisters, 22.03.2019

 

Der Totholzhaufen

Ein Totholzhaufen ist nicht einfach nur wahllos abgelegtes Holz. Damit er für die Tiere eine echte Alternative darstellt, wird er, fast wie bei einem richtigen Haus, in Etagen geplant und gebaut.

Als Grundlage wird aus größeren Astabschnitten eine Art Höhle errichtet, diese Basis wird mit Holzschnitzeln bedeckt. Dann bilden Rundhölzer eine Umrandung und anschließend wird aus Ästen und Reisig eine Deckschicht darüber gebaut.